Nach dem ersten Einsatz am Wahlkampfstand in Berlin entwickelte sich im Sozen-Wahlkampf-Chat folgende Diskussion, die unsere Freundin Rosi originalgetreu durchgestochen hat:
Ein begeisterter Genosse schreibt:
der auftakt war super. die sonne lachte, die stimmung war klasse, wir haben unglaublich viel Material verteilt, gute gespräche geführt. wenn das so weitergeht haben wir vielleicht doch ne chance mit olaf, das wär was!
ich will die „klasse Stimmung“ nicht verderben und schreib zurück:
ja, war vielversprechend heute.
Genosse A:
sehr nett! selbst hab ich präsenz gezeigt in meiner kirchengemeinde. die erzielte entscheidung für scholz sowie seine effektive fähigkeit durch ein so schwieriges politikfeld wie den ukraine-krieg zu manövrieren, wurden durchaus goutiert.
rückgrat könnte die SPD aber zeigen auf dem weg der cannabis-legalisierung!!
Genosse M:
das war ein guter start, nicht mehr und nicht weniger. wir sollten jetzt versuchen im rahmen unserer kapazitäten über uns hinauszuwachsen, um ein amtliches ergebnis im februar zu erzielen. der kampf geht weiter!
Genossin D:
laßt uns bitte die militante sprache vermeiden. wir sind nicht die FDP!
ich :
liebe D, Ernst Bloch, der nun wirklich nicht in verdacht steht, eine militante sprache zu verwenden, bezeichnete sich selbst übrigens als" kämpfer an der schreibmaschine".
Genosse M, zu D:
dann muß unser kanzler diesbzgl. wohl auch an seiner sprache arbeiten!? Laßt uns jetzt doch nicht jedes wort auf die goldwaage legen!
Genossin D:
chacun son mauvais gout..
ich, zu D:
ich habe Bloch persönlich in tübingen kennenlernen dürfen. und ich bin jetzt total irritiert, weil ich nicht begreife, was du genau meinst, liebe genossin D., ich mag ja einen schlechten geschmack haben, aber bitte doch nicht auf Bloch bezogen.
Genosse A:
über geschmack läßt sich nicht streiten!
Genosse?/Genossin? F:
vielleicht ist über eine vertiefende diskussion, über sprache, und strategie auch die chatgruppe "diskussionen" geeignet. Dort könnte man dann auch einen alternativen begriff zu Wahl-KAMPF ersinnen.
Genossin D:
wer bin ich denn, Bloch zu interpretieren, geschweige denn zu kritisieren! den kontext kenne ich auch nicht. die vermutung sei erlaubt, daß diese selbstdefinition nicht frei von ironie ist.
Da dachte ich: nix wie raus aus dem chat, konnte mir aber nicht verkneifen, zum Abschied folgendes zu schreiben:
so ich singe euch jetzt ein uns allen hoffentlich bekanntes lied:
auf auf zum kampf zum kampf,
zum kampf sind wir geboren,
auf auf zum kampf zum kampf
für unser menschenrecht.
dem karl liebknecht haben wirs geschworen,
der rosa luxemburg reichen wir die hand.
mit roten grüßen verabschiede ich mich in den ersten advent und wünsche euch allen ein schönes adventswochenende.
Der wahlkampfbeauftrage C:
ich schätze solche diskussionen schon sehr, muß aber an dieser stelle sagen: bitte wahrt die channel-disziplin und wechselt für solche diskussionen in den diskussionen-chat. sonst laufen wir Gefahr, daß die wahlkampfankündigungen untergehen.
vielen dank und gute diskussion im anderen chat.
Genosse A:
..und hier sollt ich noch an genderneutrale sprache erinnern!
ein neuer Genosse, P, darauf sehr schnell:
Jawoll, spätestens dann wird uns keine/r den sieg noch nehmen können!
Anmerkung der Redaktion:
Ob Kampf oder Nichtkampf, Hauptsache kriegstüchtig. Der Sieg wird ihrer sein; und wenn nicht, dann liegt es keinesfalls am fehlenden Extremgendern, sondern mal wieder am verflixten Wählerwillen. Oder, wie es ein zu recht vergessener Politiker einst auf den Punkt gebracht hat:
Die Wirklichkeit ist ganz anders als die Realität.
In diesem Sinn: was glaubt ihr, wird Marina Dietz wohl demnächst wieder wählen?
- Restmüll
- 10.12.2024