Ein Blick in die Geschichte
War wohl je ein Mensch so frech
wie der Bürgermeister Tschech
Denn er traf auf ein Haar
unser teures Königspaar
Ja, er traf die Landesmutter
durch den Rock ins Unterfutter!
Das Pistolenattentat des ehemaligen Bürgermeisters von Storkow auf Friedrich Wilhelm IV. von Preussen am 26.Juli 1844 war kein Erfolg. Die Landesmutter blieb, offenbar dank gestapelter Unterröcke, unversehrt, und der König trug nur eine Rippenprellung davon. Der glücklose Schütze wurde festgenommen, zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Friedrich Wilhelm IV. war nicht die schlimmste Herrscherfigur des 19. Jahrhunderts, aber überzeugt von seiner Position „ von Gottes Gnaden,“ und als die Untertanen den Aufstand gegen eine absolutistische Herrschaft und für eine Verfassung wagten, ließ er solche Bestrebungen brutal niederschlagen. Die gewünschte Teilhabe der Bürger an der Regierung konnte erst viel später erkämpft werden.
Die Anteilnahme des Volkes für das königliche Beinahe-Attentatopfer hielt sich ziemlich in Grenzen. Schnell kursierten Spottverse auf den Vorfall, samt Notenhinweisen zum gemeinsamen Absingen. Eine Schlußstrophe ging so:
Aber Leute, hört einmal
von dem Liede die Moral:
hatte je ein Mensch so´n Pech
wie der Bürgermeister Tschech
daß er diesen dicken Mann
auf zwei Schritt nicht treffen kann?“
Ist das von der Kunstfreiheit gedeckt?
El Hotzo wurde, als er das missglückte Attentat auf Trump mit dem letzten Bus verglich ( „…leider knapp verpasst…“) vom Vorwurf der Billigung von Straftaten frei gesprochen. Aber auch dieser unsägliche Pseudokabarettist hat sich nach seinem Klau ausgerechnet bei Werner Finck („ soll man das Bild aufhängen oder an die Wand stellen…“) schon einen erfahrenen Rechtanwalt genommen, seine Aussichten auf Freispruch sind gut, sogar für die widerwärtige Gleichsetzung Hitler/Merkel.
Der Verfasser des Schmähgedichts auf das Königsattentat zog es damals vor, anonym zu bleiben - aus gutem Grund. Zensur für alle Publikationen durch eine eigene Behörde war die Regel. Kritische Texte wurden als Flugblätter unter der Hand verteilt, gemeinsam gesungen wurden die Verse nur in einvernehmlicher Runde, auch im Hinterstübchen der Stammkneipe, und wenn man Pech hatte, saß ein Polizeispitzel dabei, und man wanderte in den Knast schneller als man „Kunstfreiheit“ hätte buchstabieren können.
Da sehen wir doch bittschön gewisse Unterschiede nach fast 200 Jahren, und unsere Demokratie, die heute solche Freiheiten sogar für A…wie X (Selbstzensur) möglich macht, muss man verteidigen, gerade jetzt!
Und wenn jene, die wir durch unseren Stimmzettel dazu ermächtigt und verpflichtet haben, das nicht tun, müssten wir zur Not auch mal selber mit… nein, dieses Fass mach ich jetzt nicht auf, da steckt Dynamit drin.
- Restmüll
- 27.07.2026