Es handelt sich um eine alternative Titelgrafik für den Jammertalboten von Melchior, unserem Meister des schnellen Strichs. Dieser Entwurf wurde von der verantwortlichen Redakteurin jedoch abgelehnt, weil die zwei sich anknurrenden Köpfe sie an ihre alte Partei, die glücklose SPD erinnern würden.
Der Künstler fand diese Begründung unbefriedigend und verwies darauf, daß sich hier vielmehr der Dackel, ein wahrhaft bayerische Identität stiftendes Symbol, mit der Brezel, (vor ihrem Abstieg zu Biergarten und Oktoberfest eine traditionell christlichen Fastenspeise!), harmonisch verbinde und nebenbei mit seinem Doppelschwanz sogar ein Kreuz bilde. Das aber nur wenn man genau hinschaut!
Der Name der Brezel, oder Brezn im bayerischen Sprachraum, soll ja von dem lateinischen "Brachium" abgeleitet sein, weil ihre Form an gekreuzte Arme erinnert - was man aber auf keinen Fall mit den xenophob verschränkten Armen beispielsweise von bayerischen Politikern verwechseln darf!
Wer als Kind noch mit den bunten und naiv rassistischen Kinoverfilmungen von Ali Baba bis Sindbad aufgewachsen ist, vor dessen innerem Auge wird bei den gekreuzten Enden einer Brezen, vor allem in der kraftvollen bayerischen Variante, eher das Bild eines lächelnden Turbanträgers entstehen, der mit leichter Verbeugung - gewiss, edler Sultan bzw. Ministerpräsident - ein orientalisches Begrüßungs und Einverständnisritual ausführt.
Mehr kulturelle Vielfalt, diskret kombiniert in der Symbolfigur des Doppeldackels, kann doch gar nicht sein!
Unser Zeichner ist unter anderem auch Satiriker, aber seine Erklärung brachte uns auf eine konstruktive Idee:
Diese glückhafte und keine Religion diskriminierende Verbindung, in Lindenholz handgefertigt z.B. vom Nachwuchs der Oberammergauer Schnitzschule, würde doch jede bayerische Behörde schmücken und den leidigen Kreuzstreit beenden.
Wir haben diesen Vorschlag dem bayerischen Ministerpräsidenten gleich schriftlich unterbreitet.

Auf eine Antwort warten wir noch heute!